Der Domplatz ist kein Parkplatz
Mit Verwunderung habe ich den Artikel über die Überlegungen meines Ratskollegen Henning Wittbold-Müller verfolgt, den Domplatz vorübergehend als Parkplatz zu nutzen. Natürlich müssen Stadtrat und Stadt nach Lösungen für den Wegfall von Parkplätzen durch den Bau der Südbrücke und den Abriss des Parkhauses suchen. Ein Parkplatz auf dem Domplatz ist aber eine schlechte Idee!
Schon seit einigen Jahren ist es Thema im Stadtrat die drei Plätze rund um den Dom klimaresilient und aufenthaltsfreundlicher zu gestalten. Ein Thema mit dem sich auch schon das ISEK befasst hat und den Domplatz als «Platz mit großem Potential für die Quartiersmitte» eingestuft hat.
Der Domplatz prägt gemeinsam mit dem Dom und der Andreaskirche das historische Erscheinungsbild Verdens. Auf ihm steht ein wertvoller Bestand von Großbäumen, die wichtig für unsere Stadtökologie sind. Er dient als Aufenthaltsort, Veranstaltungsfläche und Teil des kulturellen Erbes unserer Stadt. Seine Bedeutung reicht weit über die Funktion eines möglichen Ausweichparkplatzes hinaus.
Unsere Stadt feiert im Jahr 2028 das Domjubiläum «1000 Jahre geweihter Stein», der Kirchenkreis Verden, die Stadtverwaltung und auch die Klosterkammer als Eigentümerin des Doms haben viele kulturelle Großveranstaltungen geplant. Wurden sie im Vorfeld über die Pläne der FDP informiert?
Im Jahr 2027 soll der Domplatz aufgewertet werden. Es sollen barrierefreie Spazierwege, Sitzmöglichkeiten und blühende Grünflächen entstehen. Die Steuergruppe resiliente Innenstadt befürwortet eine 60% Förderung aus dem Budget.
Ebenso stehen in 2027 von uns Bürgerinnen und Bürgern geschätzte Veranstaltungen an. Oder sollen wir auf das Domplatzfestival oder ein landesweites Treffen der Posaunenchöre verzichten? Ich bin mir sicher, auch den Verdener Gewerbetreibenden würde das nicht gefallen! Diese Veranstaltungen bringen viele Touristen nach Verden.
Außerdem ist der Domplatz, als ehemaliger Friedhof, ein denkmalgeschützter Ort!
Die Problematik der fehlenden Parkplätze muss noch diskutiert werden, die Idee der FDP Fraktion ist aber nicht gewollt und durchführbar!