Als Mitglied des Landwirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages besuche ich regelmäßig Höfe in der Region. Es ist mir wichtig, auch das Thema „Urlaub auf dem Bauernhof“ vor Ort noch näher kennenzulernen. Deswegen traf ich mich mit Dorit Steengrafe (Inselhof Steengrafe, Harriersand) und Birte Brüns (Ramakers Hof, Kirchlinteln), sowie mit Stephan und Martina Warnken auf dem Huxfeld-Hof der Warnkens in Grasberg.

Die drei Bauernfamilien haben ihre Höfe, auf denen auch reguläre Landwirtschaft betrieben wird, für Feriengäste geöffnet und sind in der Arbeitsgemeinschaft Urlaub & Freizeit auf dem Lande e.V. organisiert. Gastgeberin Martina Warnken ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit in Niedersachsen. In der Arbeitsgemeinschaft sind 250 niedersächsische Ferienhöfe organisiert, die zusammen rund 6.000 Betten präsentieren. Im Landkreis Osterholz haben sich sechs Ferienhöfe dem Verband angeschlossen. Dazu zählen sowohl landwirtschaftliche Betriebe, die konventionell wirtschaften, als auch Bio-Betriebe.

Gemeinsam haben wir eine Ferienwohnung der Warnkens, die gerade unbewohnt war, besichtigt. Anschließend wurde mir über die Arbeit als Ferienhofbetreiber berichtet. Martina Warnken: „Der Tourismus bietet uns die Möglichkeit, unsere landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten und sie zukunftsfähig zu gestalten. Es macht uns unabhängiger von den allgemeinen Preisentwicklungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse.“

Ferienhöfe zeigen ganz konkret, wie lebenswert unsere Region ist. So lebenswert, dass hier viele Urlaub machen. Und nebenbei helfen Sie, die Kluft zwischen Stadt und Land zu verringern, indem sie den Menschen zeigen, wie bei uns gelebt und gearbeitet wird. Viele Großstadtkinder haben ja gar keinen Kontakt mehr zur Landwirtschaft. Nicht zu unterschätzen ist auch die positive Auswirkung der Ferienhöfe auf die Regione. Schließlich nutzen die Feriengäste ja auch den lokalen Einzelhandel oder speisten in den örtlichen Restaurants.

Gesprächsthema war auch die Zusammenarbeit der Ferienhöfe mit den lokalen Tourismusorganisationen. Für den Landkreis Osterholz ließe sich sagen, dass man in guten Gesprächen mit der Touristikagentur Teufelsmoor-Worpswede-Unterweser e.V. (TWU) sei, ein noch engerer Kontakt sei aber durchaus wünschenswert, so die Landwirtinnen.

Mit der Kombination von Landwirtschaft und Tourismus helfen die Landwirte, bäuerliche Betriebe auch in der Fläche zu erhalten.